Deutschlands Immobilienmarkt befindet sich in einer besonderen Lage. Einerseits sind die Zinsen für Bauvorhaben auf dem historisch tiefsten Niveau. Andererseits sind die Immobilienpreise spürbar gestiegen. Wer erwägt, die günstigen Finanzierungen zu nutzen, fragt sich, ob der Zeitpunkt wirklich günstig ist. Einer LBS-Studie zufolge bleiben Immobilien in Deutschland doch bezahlbar. Hierzu wird das Thema unter die Lupe betrachtet, und zwar nach einigen entscheidenden Aspekten wie „Mieten und Nebenkosten“, „Werden alle Immobilien teurer?“, „Wo sind erschwingliche Objekte zu finden?“ und „Wie sind die Kosten beim Immobilienkauf zu minimieren?“

Die Bilanz der LBS-Studie ist bejahend

Trotz Euro-Krise und extrem niedrigen Bauzinsen ist Deutschlands Immobilienmarkt von Übertreibungen meilenweit entfernt. Das gelte für den größten Teil Deutschlands. Einige Spitzenreiter sind Großstädte in Süd- und Südwestdeutschland. Einschätzungen der LBS zufolge werden die Preise für Wohnimmobilien in 2013 moderat ansteigen, um durchschnittlich zwischen zwei und vier Prozent. Dass diese Zahlen die Inflationsrate fühlbar übersteigen, sei aber nicht schlimm. Denn die Preissteigerung liege in den Grenzen der allgemeinen Kosten- und Einkommensentwicklung in Deutschland. Zumal die aktuellen Tarifrunden in vielen Branchen sehr gut verlaufen sind.

Bei der Präsentation der aktuellen Broschüre „Markt für Wohnimmobilien 2013“ hat Hartwig Hamm, Direktor des LBS-Verbands, die angehenden Bauherren und Immobilienkäfer getröstet: „Auch jetzt bleiben die Preissteigerungen aber im Rahmen“. Damit es gar nicht zu „Auswüchsen bei den Immobilienpreisen“ kommen kann, sei „die lokale Politik gefragt“. Diese solle für mehr Bauland sorgen, damit die Neubauten erschwinglich bleiben, hieß es weiter. Die von der LBS vorgestellten Zahlen basieren auf Angaben von zwei zuverlässigen Quellen, den Sparkassen und den eigenen LBS-Immobilienunternehmen. Für die Studie seien rund 35.000 Objekte, die beide im Jahr 2012 vermittelt haben, untersucht und bewertet worden.

Wo die wenigen „Spitzenreiter“ sind

Spitzenreiter sind laut der LBS-Studie Metropolen und bestimmte Großstädte im Süden der Republik: München und Stuttgart, Wiesbaden, Regensburg und Heidelberg. Zudem sei der Preisunterschied bei diesen enorm hoch. Zum Beispiel liegen die Preise im Sektor gebrauchte Einfamilienhäuser zwischen 850.000 Euro (in München) und 580.000 Euro (in Heidelberg). Extrem hoch sei ferner der Unterschied in den verschiedenen Lagen einer Stadt. Für eine begehrte Lage in Bayerns Hauptstadt seien durchschnittlich 1,1 Millionen Euro hinzublättern.

Wo die Immobilien doch bezahlbar sind

Zugleich gäbe es aber auch echt preiswerte Großstädte und Metropolen mit um eine halbe Million Einwohnern. Das sind der LBS nach Bremen, Dortmund, Dresden, Essen, Hannover und Leipzig. Hier gäbe er Häuser für zwischen 210.000 und 280.000 Euro. Fast die Hälfte ist in Halle und Magdeburg zu berappen, jeweils 160.000 Euro und 150.000 Euro. Die unterste Stufe der Preistreppe belegt Bremerhaven mit 115.000 Euro.

Ein Reihenhaus (Neubau) schlägt mit 330.000 bis 690.000 Euro (im Süden), 220.000 Euro (im Westen) und von 140.000 bis 180.000 Euro (im Osten) zubuche. Ein Reihenhaus (Altbau) ist dagegen für 10 bis 20 Prozent weniger zu haben. Bei Eigentumswohnungen ist die Preisspanne ebenfalls enorm breit. Je nach Stadt und Lage, ob Neubau oder Altbau, liegen die Quadratmeterpreise zwischen 1000 und über 6000 Euro. Mit von 70 Euro (im Osten) bis 1100 Euro (in München) klaffen die Quadratmeterpreise für Bauland am weitesten auseinander.